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Querdenker-Preis: Der Künstler Franz Heinz Beeck

Die Plastik ist von Franz Heinz Beeck gestaltet worden. Der 1927 in Brodenbach an der Mosel geborene Künstler gehörte, als nach dem Krieg die Werkkunstschule in Trier wieder eröffnet wurde, zu den ersten Studenten des in Heusweiler geborenen Professors Fritz Grewenig. Obwohl Prof. Fritz Grewenig Maler und kein Bildhauer war, prägte er die weitere künstlerische Entwicklung von Franz Heinz Beeck, der zuvor eine Lehre als Holz-und Steinbildhauer abgeschlossen hatte.

Wie für seinen Lehrer war auch für Franz Heinz Beeck eine totale Abkehr von der Gegenständlichkeit und dem Abbild der sichtbaren Realität, wie sie in der abstrakten Kunst der Zeit einen Durchbruch erlebte, nicht denkbar. Formen zu generieren, die nicht in letzter Instanz an ein gegenständliches Gegenüber, seien es nun eine Figur oder eine andere definierte Form, gebunden sind, ist nicht seine Intention. Der Bezug zur Realität, sei es nun eine gedachte, eine erlebte, eine gefühlte oder eine gesehene, bleibt in all seinen künstlerischen Arbeiten vorhanden. Darin traf er sich auch mit den künstlerischen Zielsetzungen seines bildhauerischen Lehrers, des in Trier geborenen Bildhauers Michael Trierweiler (1908 – 1998). Michael Trierweiler, der bereits seit 1930 an der Werkkunstschule tätig gewesen war, kehrte ihr 1937, einem drohenden Berufsverbot zuvor kommend, den Rücken, um 1946 an eben diese Schule als Leiter der Bildhauerklasse zurückzukehren.

Wie an seinem Hauptwerk, dem Denkmal für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933 – 1945 in Trier ablesbar, sind Michael Trierweilers Arbeiten durch eine stilisierte, naturnahe Formgebung geprägt, die gleichzeitig eine klare Symbolik transportiert. In dieser Tradition entwickelte sich auch das Schaffen von Franz Heinz Beeck. Während die Geschlossenheit der Form und ein tektonischer Aufbau seine frühen Plastiken charakterisieren, beginnt er nach und nach die Form zu reduzieren.

Sie wird klarer, verdichteter und schlichter. Das zueinander in Bezug setzen einzelner Formen und die daraus resultierende, wechselnde Veränderung des Ausdrucks rücken mehr und mehr in den Mittelpunkt seines künstlerischen Gestaltungswillens. Die menschliche Figur bleibt nicht länger Ziel der Darstellung, sondern wird einer übergeordneten Thematik unterworfen. Diese „figurgebundene Zeichenhaftigkeit“ findet sich auch in der kleinen Kopfplastik des „Querdenkers“ von Franz Heinz Beeck wieder.

Dr. Ulrike Fuchs | Kunsthistorikerin | Westerburg